Mutige Gespräche, starke Emotionen, entschlossene Taten
Montag, 17:00 Uhr.
Das Remy&Remy-Team versammelt sich im Konferenzraum: Der erste Teil von „The Week“ ist anberaumt. Die Stimmung ist angespannt – keiner von uns weiß so genau, was auf uns zukommt. Wir wissen nur: Es wird unbequem. Es geht um ernste und dringliche Themen, die uns über unsere professionelle Zusammenarbeit hinaus angehen: Artensterben, Umweltverschmutzung, Klimawandel.
Bei „The Week“ handelt es sich um eine intensive Gruppenerfahrung, entwickelt von Frederic Laloux und Helene Gerin mit einer Gruppe von Freund:innen. Das erklärte Ziel ist, gemeinsam mit anderen die globale Krise unserer Zeit anzupacken. Dafür sollen die Teilnehmenden mit Familie, Freund:innen oder Arbeitskolleg:innen innerhalb einer Woche drei einstündige Filme ansehen, gefolgt von geleiteten Gesprächen.
Heute beginnt die Reihe mit ihrem härtesten Teil: Der erste Film zeigt schonungslos, was uns erwartet, wenn wir so weitermachen wie bisher. Zerstörte Ökosystemen, verschwindende Tierarten und überflutete Städte – Bilder, die wir kennen, die aber plötzlich beängstigend nah wirken.
Nach dem Abspann herrscht völlige Stille im Raum. Die Spannung ist greifbar – eine Mischung aus Erschütterung und aufkeimendem Bewusstsein. Schließlich durchbricht Dirks zögerliche Stimme die Stille: „Das zu sagen ist hart, lähmt und macht Angst. Aber mir wurde gerade wieder klar, dass es hier um viel mehr als Umwelt- und Klimaschutz geht. Es geht um den Schutz der Menschheit. Wenn wir so weitermachen, rotten wir uns selbst aus.“ Es folgt ein emotionaler Austausch, bei dem jeder seine Gedanken und Gefühle offen teilt.
Mittwoch, 17:00 Uhr.
Nach dem Schock des ersten Films tauchen wir in die Ursachen der globalen Krise ein. Teil 2 stellt die Frage: Wie konnte es so weit kommen? Die Antworten darauf sind unbequem: Rücksichtsloser Konsum, fehlgeleitete Prioritäten und globale Ignoranz gegenüber den ökologischen Grenzen. Der anschließende Austausch ist intensiv. Sabine, das älteste Teammitglied, gesteht: „Ich schäme mich für meine Generation“. Eine ehrliche Diskussion über Verantwortung und Bequemlichkeit entbrennt. Wir erkennen, wie komplex die Ursachen sind, aber auch, dass das Wissen um diese Zusammenhänge der erste Schritt zur Veränderung ist.
Freitag, 15:00 Uhr.
Heute steht Teil 3 auf dem Programm – der Teil, der alles auf den Punkt bringt: Was können wir tun? Der Film ist ein Aufruf zum Handeln, sowohl persönlich als auch gemeinschaftlich. Er zeigt Geschichten von Menschen, die ihre Komfortzone verlassen haben, um aktiv zu werden und macht deutlich, dass Wandel möglich ist, wenn wir die Kraft der Gemeinschaft nutzen.
Die anschließende Diskussion ist von Leidenschaft geprägt. Inspiriert teilen wir konkrete Ideen – von der Umstellung auf regionale und saisonale Lebensmittel über Reparatur-Initiativen bis hin zur bewussten Reduzierung des Energieverbrauchs im Büro. Die Atmosphäre ist aufgeladen von Tatendrang, und es wird klar: Veränderung beginnt bei jedem Einzelnen und kann gemeinsam verstärkt werden.
Der Nachhall: Erste Veränderungen
Nun, einige Wochen später stellt sich die große Frage: Was ist seitdem passiert? Die Antworten zeigen, dass sich bei jedem von uns im Mindset etwas bewegt hat: Kleine Veränderungen, aber spürbare Fortschritte.
- Dirk: „Ich achte mehr darauf, meinen Lebensmittelkonsum bewusster zu gestalten und frage mich vor dem Kauf: Werde ich das wirklich aufbrauchen?“
- Simon: „Bei uns landet zuhause nichts mehr im Müll. Wir verwerten alles, was geht, und was von uns nicht mehr gegessen wird, erfreut unsere Hühner.“
- Felix: „Ich leihe Bücher in der Bibliothek aus, statt sie neu zu kaufen, repariere kaputte Dinge selbst und überdenke jeden Kauf.“
- Melina: „Ich wähle inzwischen häufiger das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel anstelle des Autos. Bei vielen anderen Veränderungen habe ich jedoch nach wie vor Schwierigkeiten.“
Fazit: Ein kraftvolles Experiment
„The Week“ ist ein spannendes und aufschlussreiches Projekt, das sowohl für jeden Einzelnen als auch für unser Team als Gemeinschaft von großer Bedeutung war. Viele der Themen waren bereits Teil unseres Bewusstseins, wurden aber in diesem Rahmen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und zu einem klaren Verständnis unserer gemeinsamen Verantwortung geformt. Vielleicht hat uns das Experiment auch deshalb nicht mit lähmenden Ohnmachtsgefühlen und Resignation zurückgelassen, sondern auf fast magische Weise Mut und sogar Lust gemacht, im eigenen Leben zu handeln. Wer sich darauf einlassen möchte, sollte auf jeden Fall für eine emotionale Achterbahnfahrt bereit sein: Am Anfang hart und herausfordernd, dann jedoch unglaublich inspirierend und motivierend.
The Week für Organisationen
The Week für Organisationen bietet eine einzigartige Gelegenheit für Teams und Unternehmen, sich intensiv mit den Herausforderungen der Umweltkrise auseinanderzusetzen. Alle Details zum Projekt sind auf der Website verfügbar.