Cases und Trends im Klinikmarketing I Trends

Mitarbeiter*innen als Markenbotschafter für die Klinik?

Kaum eine Klinik kommt heute daran vorbei: Um neue Mitarbeiter*innen zu gewinnen, muss sie sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Hierfür rückt eine neue Kommunikationsstrategie immer mehr in den Fokus.

Die Vorteile, die Kliniken üblicherweise potenziellen Bewerber*innen bieten können – Gehalt, Urlaubstage, Mitarbeiter-Benefits usw. – lassen alle wesentliche Fragen offen: „Wie gut werden diese Versprechen tatsächlich umgesetzt?“ „Wie ist es wirklich, in dieser Klinik zu arbeiten?“ „Worauf lasse ich mich ein, wenn ich mich entscheide?“

Hier kann das alte, aber sehr wirkungsvolle Prinzip der Mund-zu-Mund-Propaganda einen positiven Anreiz geben: Zusätzlich zu den klassischen Informationen kommuniziert die Klinik Geschichten „aus erster Hand“, lässt echte Mitarbeiter*innen oder auch ganze Teams von ihren gelebten Erfahrungen im Haus erzählen.

Viele Kliniken setzen diese Strategie bereits um. In kurzen Filmen auf der eigenen Website kommen Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen zu Wort und erlauben einen Blick hinter die Kulissen. Worauf aber kommt es bei dieser Art der Kommunikation an? Wie wird der oder die eigene Mitarbeiter*in zum glaubwürdigen Markenbotschafter?


Corporate Soldiers versus Coroporate Fans

Die Erfahrung zeigt: Die beste Wirkung haben authentische Testimonials. Statements sogenannter „Corporate Soldiers“, die von oben gesagt bekommen haben, wie sie sich verhalten und was sie sagen sollen, wirken aufgesetzt und machen oft misstrauisch. Ganz anders die „Corporate Fans“: Sie berichten nicht ausschließlich von „eitel Sonnenschein“ und reibungslosen Abläufen. Aber sie zeigen auch, ob und wie lösungsorientiert mit schwierigeren Situationen im Haus umgegangen wird. So können sie überzeugend vermitteln, dass sie hinter „ihrem“ Unternehmen stehen und die Stimmung dort gut ist.

Idealerweise gibt man den Mitarbeiter*innen also keinen Text vor, sondern lässt sie frei agieren. Das birgt natürlich ein gewisses Risiko. Doch es lohnt sich, dieses einzugehen! Die Frankfurter Rotkreuz-Kliniken zum Beispiel konnten mit ihrer „Teamgeist erleben“-Kampagne ihre Bewerberzahlen verdreifachen.


Kreativität in Social Media

Besonders in Social Media sollten Mitarbeitern*innen weitgehend selbstständig agieren dürfen. Zwar müssen die Rahmenbedingungen für Posts klar definiert sein, vor allem, um rechtliche Probleme zu vermeiden. Aber das Vertrauen in die Kreativität und Solidarität der eigenen Teams wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit auszahlen. Deren Identifikation mit und Engagement für das Haus wachsen. Und das kommt „draußen“ an – direkt bei der Zielgruppe.

Jüngstes Beispiel einer von Remy&Remy in diesem Sinne umgesetzten Aktion dient der Ansprache von Intensivpflegenden. Hierfür sprechen vier Mitarbeiter*innen des Robert-Bosch-Krankenhauses, Stuttgart, in Kurzinterviews über ihre tägliche Arbeit – ganz ohne inhaltliche Vorgaben. Sie hatten dabei sichtlich Spaß und überzeugen durch ihre persönlichen Statements. Zu sehen ist die Aktion ab Ende Dezember auf Facebook, Instagram und auf rbk-pflege.de.

Frage & Antwort

Kennen Sie den EVP Ihrer Klinik?

Bisher spielte der USP – das Alleinstellungsmerkmal eines Unternehmens – auch in der Klinik-Kommunikation eine tragende Rolle. Jetzt wird ein weiterer Begriff immer wichtiger: der EVP (Employer Value Proposition). Was ist gemeint?

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